Louis Armstrong

Satchmo nannten ihn seine Fans, jedoch hieß die Jazzlegende mit vollem Namen Louis Daniel Armstrong. Als Geburtsdatum gab er den 4. Juli 1900 an, erst als man Anfang der 80er Jahre seinen Taufschein fand, konnte in den Geschichtsbüchern sein Geburtstag korrigiert werden, es war der 4. August 1901.

Der in New Orleans geborene Jazztrompeter hatte keine leichte Jugend, er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, eine stabile Familie kannte er nicht. Seine Mutter war bei seiner Geburt noch minderjährig und mit dem Kind überfordert, der Vater nicht wirklich interessiert, schließlich kam er zur streng katholischen Großmutter. Er verkaufte bereits als Siebenjähriger Zeitungen. 1914 wurde er in eine Besserungsanstalt namens „Colored Waif’s Home for Boys“ eingewiesen. Dort erlernte er das Kornettspiel. Fünf Jahre später schlug er sich mit kleinen Jobs durch, hatte aber ab und an auch kleine Auftritte.

Seine erste Band auf einem Mississippi-Dampfer war Fate Marable 1918. 1922 ging er mit King Oliver nach Chicago und spielte dort in der King Oliver’s Creole Jazz Band.

Zwei Jahre später heiratete er die Pianistin der Band, Lilian Hardin. Sie war es auch, die ihm riet, in die Band von Fletcher Henderson zu wechseln. Hier konnte er aus dem Schatten seines Lehrers treten und wurde schnell zum Starsolisten.

1925 machten Lilian und er sich selbstständig, sie spielten eine Anzahl von Aufnahmen als die Hot Five und später die Hot Seven ein. Die Stücke aus dieser Zeit verbinden den klassischen New Orleans Stil und das freiere Spielen der Chicago Schule. In dieser Zeit entstanden wichtige Aufnahmen, wie „West End Blues“, „Wild Man Blues“ oder „Heebie Jeebie“. Hier gibt es auch erstmals Aufnahmen mit Armstrong als Sänger.

Sein Spiel war schnell, technisch brillant und erfindungsreich. Durch Wirtschaftskrise, Depression und dazu die Prohibition gab es wenig Jobs für Musiker. Armstrong ging nach New York und spielte in Harlem und am Broadway. Sein großer Durchbruch kam mit „Ain’t Misbehavin“. Er startete sein eigenes Orchester und ging auf Tour. Der große Miles Davis sagte einmal über Armstrong: „Ich kann mich nicht an ein einziges Mal erinnern, dass es sich schlecht angehört hat, wenn er die Trompete spielte.“

Dann entdeckte er den Film für sich. Er trat erst als Gast und dann immer öfter als Darsteller auf, so 1945 in „Die Glenn Miller Story“, 1956 in „High Society“ oder 1960 in „Paris Blues“.

Während des Krieges schickte ihn die US-Regierung als Mobilmacher auf Konzerttour, allerdings nutzte Armstrong seine Popularität. um gegen Rassenhass zu demonstrieren. Armstrong schaffte es als einer der wenigen großen Jazzstars, auch mit anderen Stücken Welthits zu produzieren. „What a Wonderful World“(1968) war auf Platz 1 in den Hitparaden und wurde zum unvergesslichen Klassiker.

Louis Armstrong prägte die Musikszene wie kaum ein anderer Künstler. Er starb im Juli 1971 im Schlaf an Herzversagen. Zwei Jahre zuvor hatte er die Louis Armstrong Educational Foundation gegründet, um etwas von dem Guten zurück zu geben, was er selbst erhalten hatte.